Der Holzspalter

Was ich noch zu spalten hätte, dauert eine Zigarette
Der moderne Mann und sein Holzspalter

Es gibt wohl kaum etwas männlicheres als Holz zu hacken. An warmen Herbstabenden im Unterhemd verschwitzt am Hackklotz stehen, vorsorgen, damit es die Familie warm hat im Winter, die Axt und ein Bier im Anschlag: So muss es sich angefühlt haben, damals, bevor die Männlichkeit erneuert wurde mit Trendbegriffen wie "metrosexuell". Eine Axt, soviel ist klar, ist nicht mextrosexuell. Sie ist ihren Weg gegangen, und etwas neues kam dahergelaufen: Der Holzspalter.
Holzspalter sind automatische Geräte, die mittels Hydraulik und mit deutlich weniger Schweiß verbunden eben Holz spalten. Holzspalter sind auch Geräte, die das Holzhacken metrosexualisieren: Einfach in der Handhabung, man muss sie nur einschalten, ein Holzstück einlegen, und voilà: Aus einem Stück Holz sind zwei geworden. Und obwohl die Hersteller mit Attributen hantieren, die auch Männern Spaß machen (komplizierte Hydraulik! Mehrere Tonnen Druck!) können sie doch nicht verschleiern: Mit so einem Holzspalter, da käme selbst ein Beckham klar.
Die bei weitem metrosexuellste Variante des Holzspalters ist die mit Elektromotor und Wasserhydraulik, da kann man sich noch nicht einmal dreckig machen. Ein wenig männlicher ist es da schon, sich einen mit Benzinmotor und Ölhydraulik zuzulegen.
Der einzige Vorteil eines Holzspalters, soweit man sehen kann ist: Man hat beim Holzhacken öfter mal die Hände frei. Da passt nicht nur ein Bier, sondern auch noch eine Zigarette. Dazu dann noch im Unterhemd rumstehen und zuschauen, wie die Maschine einem die Arbeit macht, das ist doch auch ein bisschen männlich, irgendwie.